Ottomane – ein Mobiliar mit vielen Gesichtern

Die ursprünglichen Charakteristika einer Ottomanen waren anfangs angelehnt an eine sofaähnliche, gepolsterte Sitzbank, umfasst von halbrunden Armlehnen. Heute ist ein Ottomane eher ein Liegesofa ohne eine Rückenlehne – und damit sehr ähnlich der Chaiselongue oder eines Recamiere. Man spricht also von einer Art Liegesofa mit nur einer Armlehne. Eine Ottomane kann unter Umständen beispielsweise auch eine über eine Rückenlehne verfügen, die jedoch nicht über die gesamte Rückenseite des Mobiliars führt und auch auf der freien Seite über keine Armlehne verfügt.

Im amerikanisch-englischen Sprachgebrauch ist das Substantiv „ottoman“ gebräuchlich – englisch „footstool“, das hier jedoch einen gepolsterten Fußhocker beschreibt, den man auch zum Sitzen verwenden kann. Das kann sich äußerst praktisch erweisen, insbesondere dann, wenn man beispielsweise Besuch erwartet. Auch bei Festivitäten kann ein solcher „Ottoman“ auch als praktische Sitzfläche herhalten und so einigen Menschen eine Sitzmöglichkeit bieten. Die Form der Ottomane variiert zwischen den verschiedenen Jahrhunderten stetig.

Zum Ende des 18. Jahrhunderts beginnend, wird die Ottomane mit dem aus der Antike stammenden Kanapee in Verbindung gebracht. Es scheint, als sei der Kanapee ein Vorreiter der Ottomane gewesen. Charakteristisch waren eine Ovale Sitzfläche, abgerundet durch eine Rückenlehne, dessen Ausschweifung in einer geschwungenen Seitenlehne endete. Darauf folgen verschiedene Variationen der Ottomane. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts beispielsweise empfindet man die Ottomane als eine große, ovale Sitzgelegenheit, selten mit einer Lehne für den Rücken versehen, in Verbindung mit einer separaten Möglichkeit zur Beinablage. Sie ähnelt also dem englischen „footsool“. Die Ottomane ist ein beliebtes Möbelstück in den Wohnzimmern Allerwelt und gewiss ein Hingucker. Das zeitlose Design beeindruckt auf seine ganz persönliche Art und Weise.

To Top